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Bundespräsident a.D. Joachim Gauck: Toleranz und Intoleranz - Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Konflikte - ABGESAGT

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Atrium
Téléphone
+352 26 72 39-500 (Mo-Fr: 13-17 Uhr)
Der studierte Theologe Joachim Gauck war Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes in der DDR, Beauftragter für die Stasiunterlagen und elfter Präsident der Bundesrepublik Deutschland. Er plädiert für einen breiten politischen Diskurs und eine „kämpferische Toleranz“, die möglichst viele Menschen mit verschiedenen Meinungen in einen Dialog treten lässt.

Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger - für manche eine Bereicherung, für nicht wenige eine Last. Der Zustand einer Gesellschaft bemisst sich nicht zuletzt daran, wie sie mit Minderheiten (bspw. Menschen mit Behinderung, LGBTQ-Personen, Zuwanderer) umgeht. Toleranz und Intoleranz zeigen sich nicht nur in gesamtgesellschaftlichen Zusammenhängen oder staatlichem Handeln, sondern gerade auch im individuellen Umgang zwischen den Menschen. Dabei stellen sich Fragen wie: Wie viel Andersartigkeit muss man erdulden? Wie viel kann man erdulden? Wie viel Kritik aushalten? Welche gemeinsamen Regeln müssen bei aller Verschiedenheit gelten?

Joachim Gauck, beleuchtet in seinem Vortrag, warum Gesellschaften für eine Toleranz, die andere Meinungen zulässt, und gegen jede Form der Intoleranz, auch die der „Guten“, die eigentlich für Pluralität und Toleranz eintreten, streiten sollten. Denn erst der tolerante Umgang miteinander ermöglicht das friedliche Zusammenleben. Dabei unterscheidet Gauck jedoch ganz klar zwischen Toleranz und Gleichgültigkeit oder Versöhnlertum. Er versucht, Antworten darauf zu geben, was uns in Zeiten des Umbruchs zusammenhält. Was eine Gesellschaft sowie der Einzelne tolerieren muss und sollte, und wo dabei die Grenzen der Toleranz liegen.
Joachim Gauck
ist studierter Theologe und arbeitete viele Jahre als Pastor in Mecklenburg. Er engagierte sich 1989 als Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen die SED-Diktatur. Ab März 1990 war er Abgeordneter für das Bündnis 90 in der zum ersten Mal frei gewählten Volkskammer, von 1990 bis 2000 Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Im Jahre 2012 wurde Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt, seine Amtszeit endete 2017. Im Rahmen seines politischen Wirkens wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen ausgezeichnet, u.a.: mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Europäischen Menschenrechtspreis, dem Ludwig-Börne-Preis; dem Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena, Augsburg, Münster, Kiel, der National University of Ireland/Galway, der Hebrew University of Jerusalem, der Université Paris-Sorbonne sowie der Maastricht University.

90 Min. + 20 Min. Pause

Deutsch

HORIZONTE 2020: Umbrüche

Die Vortrags- und Talkreihe TRIFOLION HORIZONTE steht im Jahr 2020 unter dem Oberthema Umbrüche. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Globalisierung, Klimawandel oder die Neuordnung staatlicher wie auch globaler macht- und wirtschaftspolitischer Verhältnisse – sie alle sind die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, die sich in teils immer kürzeren Zyklen vollziehen und, ob als Ursache oder als Konsequenz, unser Leben, unsere Gesellschaften und Staatsorganisationsformen verändern werden. Nach Ansicht vieler Soziologen und Historiker lassen die technischen und gesellschaftlichen Umbrüche die Auswirkungen der Industrialisierung oder die Erfindung des Buchdruckes im Vergleich klein und unbedeutend erscheinen. Doch um was geht es konkret? Was bedeuten z.B. die fortschreitende Digitalisierung oder die zunehmenden Fähigkeiten künstlicher Intelligenz, sich selbständig optimieren zu können, für unser Leben, unsere staatliche Ordnung und auch für unsere Bedeutung als Mensch? Welche Chancen bieten und welche Risiken bergen die Entwicklungen für uns, welche Trends sollten von uns frühzeitig erkannt und gezielt gesteuert werden? Wohin werden sich die Gesellschaften und Kulturen unseres Planeten in den kommenden 50-100 Jahren entwickeln und gelingt es uns, unsere Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten und Umbrüchen aktiv zu begegnen, statt zu Zaungästen zu werden, die nur noch auf Entwicklungen reagieren.

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